Haus Olper Straße stellte sich Freudenberg mit Info-Woche vor
Nach knapp 20-monatiger Bauzeit ist das Haus Olper Straße an der Olper Straße 6 bezugsfertig. Mit einer Info-Woche haben sich jetzt Bewohner/innen und Mitarbeitende den Freudenbergern vorgestellt.
Gestartet wurde Montag mit einer kleinen Feierstunde, in der u. a. Pastor Ulrich Schlappa, Bürgermeisterin Nicole Reschke, Landrat Andreas Müller und Dr. Heiko Ullrich vom Kreisklinikum Siegen die „Neubürger“ begrüßten. Prof. Dr. Ingmar Steinhart, Vorstandsmitglied der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Anja Hillebrand, zuständige Regionalleiter bei Bethel.regional, und Duygu Kücükbicakci, Bereichsleiterin des Hauses, bedankten sich im Gegenzug für das herzliche Willkommen. Die ersten Bewohner waren bereits einige Tage zuvor eingezogen. Erster war ein junger Mann, der bereits im Februar letzten Jahres bei der Grundsteinlegung für sein neues „Zuhause“ mitwirkte.
Dem offiziellen Teil folgten bis Donnerstag Informationstage, an denen Nachbarn, Gemeindegruppen und Vereine die Einrichtung besichtigen und mit den Mitarbeitenden bei Kaffee und Kuchen über deren Arbeit ins Gespräch kommen konnten. Die Resonanz war groß. Duygu Kücükbicakci und ihre Kolleginnen und Kollegen haben sich über der rege Interesse der Freudenberger gefreut und sehen darin eine gute Basis für gute nachbarschaftliche Kontakte.
Das Haus Olper Straße ist ein stationäres Wohnangebot für Frauen und Männer mit komplexen Behinderungen und besonderen Teilhabebedarfen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Jedes der 24 Einzelzimmer – die nun nach und nach bezogen werden – hat einen individuellen Sanitärbereich mit Dusche und WC und ist mit Anschlüssen für TV, Telefon und Internet ausgestattet. Sie verteilen sich auf zwei Etagen in vier 6er-Gruppen. Jede Gruppe hat einen gemeinsamen Wohn-/Ess- und Küchenbereich. Zusätzlich gibt es zwei Krisenzimmer zur kurzfristigen Versorgung von Notaufnahmen. Ein großer Außenbereich mit Garten und Terrasse steht für Aktivitäten im Freien bereit.
Für Menschen, die ein besonderes Maß an Schutz und Begleitung benötigen, können Wohnbereiche optional geschlossen werden. Dies – so Duygu Kücükbicakci – geschehe zum eigenen Schutz der Bewohner/innen. In einem der Bereiche werden Menschen mit autistischen Spektrumsstörungen wohnen. Ihnen steht ein separater Außenbereich mit Garten zur Verfügung, zu dem direkten Zugang haben und in dem sie ihre Rituale und Routinen leben können.
Räume für tagesgestaltende Aktivitäten ergänzen das Angebot. Da auf eine Trennung der Lebensmilieus Wohnen und Arbeit Wert gelegt wird, ist dieser Bereich – der auch für Externe offensteht – räumlich von den Wohnbereichen getrennt und über einen separaten Eingang zu erreichen.
Bundesdirektorenkonferenz zu Gast
Bereits zwei Wochen vor der offiziellen Eröffnung war die „Arbeitsgruppe Geistige Behinderung“ der Bundesdirektorenkonferenz (Verband der leitenden Ärztinnen und Ärzte der Kliniknen für Psychiatrie und Psychotherapie) zu Gast in der Olper Straße, um sich über das Haus, dessen Konzept und die Vernetzung mit der Psychiatrischen Klinik zu informieren. Ziel ist es, die Menschen zu einem möglichst selbstständigen Leben und Teilhabe in der Gemeinschaft zu befähigen, damit sie zukünftig in einer eigenen Wohnung mit ambulanter Unterstützung leben können.
Nach dem Haus Burgweg in Burbach und dem Haus Marienborner Straße in Siegen, das im April dieses Jahres an den Start gegangen ist, ist das Haus Olper Straße die dritte Einrichtung von Bethel.regional im Kreis Siegen-Wittgenstein. Bethel.regional gehört als Stiftungsbereich zu den vor 151 Jahren gegründeten v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.