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04.09.2018

Planung für Ganzjahresschwimmen in Freudenberg

In Freudenberg soll mittelfristig auch wieder in Herbst und Winter geschwommen werden. Bürgermeisterin Nicole Reschke schlägt den politischen Gremien vor, in den Planungsprozess zur Sanierung des Freibades und Ermöglichung eines Ganzjahresschwimmens in Freudenberg einzusteigen. „Mit 35.000 Badegästen hatten wir einen hervorragenden Sommerbetrieb in unserem Warmwasserfreibad. Das bestätigt uns, ein umfangreiches Konzept mit dem Ziel einer Sanierung oder Erneuerung des Planschbeckens, einer Sanierung des Hauptbeckens im Freibad sowie der Errichtung eines Hallenbades auf dem Freibadgelände in Angriff zu nehmen“, erklärte Bürgermeisterin Nicole Reschke.

Zukunftskonzept Schwimmen in Freudenberg
Zukunftskonzept Schwimmen in Freudenberg

Erarbeiten das Zukunftskonzept „Schwimmen in Freudenberg“: (v.l.) Stephan Goeke, Olaf Smolny, Nicole Reschke, Julian Lütz und Karl-Hermann Hartmann

Mit Ratsbeschluss vom 19.07.2012 wurde das städtische Hallenbad im Schulzentrum Freudenberg aufgrund der schlechten Finanzsituation der Kommune und hohen Sanierungsrückstanden aufgegeben. Im wunderschön gelegenen Freibad wurden in den vergangenen Jahren zwar notwendige Reparaturarbeiten und kleinere Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung durchgeführt, der große Wurf blieb aber aus. „Nun ist es an der Zeit, die Zukunft des Schwimmens in Freudenberg zu regeln. Sowohl für unsere Kinder, aber auch generationsübergreifend ist diese Freizeiteinrichtung von immensem Wert“, so Reschke. Baudezernent Karl-Hermann Hartmann ergänzte: „Durch die hohe Frequenz von Nutzern des Ruhr-Sieg-Radweges kommt dem direkt am Freibad gelegenen Radweg und den parallel hierzu verlaufenden Wanderstrecken eine überregionale Bedeutung zu. Über diese Anbindung ist das Freibad nicht nur Anziehungspunkt für alle Bevölkerungsgruppen Freudenbergs, sondern zentraler Anziehungspunkt für Touristen und Erholungssuchende aus dem angrenzenden Bereich Rheinland-Pfalz sowie dem angrenzenden Olper Raum. Bei der Sanierung des Freibades sollen auch die Belange von Menschen mit Behinderung, älteren Personen und Familien mit Kindern berücksichtigt werden.“

Folgende Arbeiten sollen angegangen werden:

  • Planschbecken

Das Planschbecken ist weitgehend noch intakt, bedarf aber Jahr für Jahr großflächiger Reparaturen an den Betonoberflächen. Es wird erarbeitet, ob die Sanierung oder Erneuerung des Planschbeckens sinnvoller ist und zu welchen Kosten dies jeweils zu realisieren ist. In diesem Rahmen wird auch geprüft, wie ein Sonnenschutz für das Planschbecken gestaltet werden kann.

  • Hauptbecken

Das Hauptbecken sorgt vor jedem Saisonstart im Frühjahr für relativ hohe Kosten, da die Fliesen und entsprechende Verfugungen am Beckenkopf über größere Längen saniert werden müssen. Da dies mehrere Wochen in Anspruch nimmt und nur bei trockenem, frostfreiem Wetter möglich ist, verschiebt sich der Saisonbeginn meist bis tief in den Mai hinein. Eine grundlegende Instandsetzung des Beckenkopfes hat daher höchste Priorität und weitergehende Maßnahmen müssten hinsichtlich der Anschlüsse und Abdichtungen darauf abgestimmt werden. Das Hauptbecken selbst ist intakt und könnte mit Folie oder Edelstahl ausgekleidet werden.

  • Hallenbad

Seit der Hallenbadschließung im Jahr 2012 fand Schulschwimmen nicht mehr oder nur stark eingeschränkt statt. Seit letztem Jahr werden Busse organisiert, um Schüler/innen in umliegende Bäder zu transportieren und dort Schulschwimmen zu organisieren. Es ist aber festzustellen, dass ein sehr hoher Zeitaufwand alleine dem Transport der Schüler/innen geschuldet ist. Zudem entstehen hohe Kosten für Transport und Eintrittsgelder. Aus Sicht der Schulen und der Schulverwaltung wäre es daher wünschenswert, wenn wieder eine ganzjährige Schwimmausbildung hier vor Ort stattfinden könnte. Auch die Vereine, insbesondere die DLRG, würden es begrüßen, wieder hier in Freudenberg Schwimmkurse anbieten und das Bad selbst für sportliche Zwecke nutzen zu können. Bislang wird außerhalb der Freibadsaison auf auswärtige Bäder ausgewichen. Das Hallenbad soll auf dem Hang neben dem Technikgebäude errichtet werden und Teile der Freibadtechnik mitnutzen. Die Errichtung eines neuen Hallenbades für den Winterbetrieb hat auch den Umbau der Umkleiden zur Folge. Grundsätzlich ist bei allen Maßnahmen auch zu prüfen, in welchem Umfang sich Barrierefreiheit für die Nutzung der Badeeinrichtungen herstellen lässt. Ebenfalls aufgegriffen werden Möglichkeiten für eine Verbesserung der energetischen Effizienz auch mit Blick auf die ohnehin anstehende Erneuerung der Beheizung des Badewassers.

„Sollte die Finanzierung der angedachten Maßnahmen nicht oder nicht vollständig darstellbar sein, wird die Verwaltung Lösungswege aufzeigen, um zumindest einen Teil umzusetzen. Außerdem wird das Förderportal der Bezirksregierung Arnsberg genutzt, um Fördermöglichkeiten von EU, Bund und Land NRW auszuloten“, erklärte Kämmerer Julian Lütz.

Die Arbeitsgruppe Schwimmen bestehend aus Vertretern des Rates sowie der Vereine begrüßt die Konzepterstellung und bringt Ideen mit ein. In der kommenden Woche werden sich zwei Fachausschüsse mit der Projektplanung beschäftigen und ihrerseits Vorstellungen diskutieren.